Geodaten

Nahezu alle Daten sind Geodaten - es muss nur ein räumlicher Bezug bestehen.

Wir befinden uns in der spannenden Zeit der Digitalisierung. "Big Data" ist dabei omnipräsent. Der Begriff beschreibt Datenmengen, welche beispielsweise zu groß, zu komplex, zu schnelllebig oder zu schwach strukturiert sind, um sie mit manuellen und herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. Viele dieser Datenpunkte entstehen an einer geographischen Position oder beschreiben eine solche. Dies führt dazu, dass diese Datenpunkte als Geodaten bezeichnet werden.⁠

Ein sehr treffendes Beispiel für die Entstehung und Verwendung von Geodaten ist die Ermittlung von Stausituationen im Straßenverkehr. Jedes Smartphone sendet sekündlich seine aktuelle Position via GPS. Verschneidet man all diese Positionen der Smartphones mit dem aktuellen Straßennetz, erhält man dadurch die aktuelle Verkehrssituation auf der Straße. Eine Methodik, die beispielsweise Google in Google Maps anwendet.

Grundlegendes

Als Geodaten werden alle digitalen Informationen verstanden, welchen ein räumlicher Bezug auf der Erdoberfläche zugewiesen werden kann. Nahezu alle digitalen Informationen entstehen an einer räumlichen Position und geben darüber eine Auskunft. Dadurch können sie als Geodaten bezeichnet werden.

Die Strukturierung und Organisation von Geodaten erfolgt in Geodatenbanken. Diese werden anschließend in Geoinformationssystem visualisiert, bearbeitet und analysiert. Das Resultat dessen sind Geoanalysen.

Geodaten kommen in unterschiedlicher Form vor. Sie können als Punkte, Linien oder Flächen in sogenannten Geodatenbanken gespeichert, bearbeitet und verwaltet werden. Die Quellen für Geodaten sind unzählig. Sie können sowohl von externer oder interner, als auch von kostenfreier oder kostenpflichtiger Natur sein.

Geodaten

Die Grundstrukturen von Geodaten: Punkt, Linie, Fläche.

Fachliches

Der räumliche Bezug ist bei Daten nicht immer gegeben. In einem solchen Fall muss dieser systematisch dem jeweiligen Datum zugeordnet werden. Diese Methode wird als Geokodierung oder Georeferenzierung bezeichnet. Dabei wird der räumliche Bezug durch die Verknüpfung der Daten mit den XY-Koordinaten hergestellt.

Durch die Georeferenzierung wird aus der Information im Grunde ein Punkt generiert (z. B. ein Wohnort). Punktdaten sind die genaueste Form von Geodaten. Meist haben Informationen, wie beispielsweise Kaufkraft, Einwohnerzahl oder Bildungsniveau jedoch einen Bezug auf eine räumliche Fläche. Eine solche Fläche kann beispielsweise durch ein PLZ-Gebiet abgebildet werden. Daneben spielen zudem noch Linien eine wichtige Rolle im Geomarketing. Liniendaten können beispielsweise Straßenzüge abbilden.

Damit Linien und Flächen relevante Informationen zugeordnet werden können, wird die sogenannte Aggregation benötigt. Bei einer Aggregation werden Informationen von einer Ebene auf die nächsthöhere Ebene übertragen. Beispielsweise können Punkt-Informationen immer nur auf eine größere Ebene wie Linie oder Fläche übertragen werden. In umgekehrter Richtung können nur Annahmen getroffen werden. Wenn beispielsweise die Einwohnerzahl für ein PLZ-Gebiet 1.200 beträgt, kann logischerweise keine Aussage darüber getroffen werden, in welchen Straßenabschnitt eine genaue Anzahl an Einwohnern wohnt. Ist die Anzahl der Einwohner in jedem Straßenabschnitt jedoch bekannt, kann man diese aggregieren und erhält somit die genaue Anzahl der nächsthöheren Ebene.

Es gibt die unterschiedlichsten Datenquellen, auf welche im Geomarketing zurückgegriffen werden kann. Generell lassen sich die Datenquellen in zwei große Blöcke unterteilen:

  • kostenpflichtige Datenquellen und
  • kostenfreie Datenquellen

untergliedern. Kostenpflichtige Geodaten können bei externen Anbietern in hoher Qualität erworben werden. Als einer der Weltmarktführer ist beispielsweise Acxiom zu nennen.

Es lässt sich kein pauschaler Preis für eine bestimmte Menge an Geodaten bestimmen, denn viele Faktoren können den Preis für externe Geodaten stark beeinflussen.

Im Gegensatz dazu ist als kostenfreier externer Datenanbieter OpenStreetMap (OSM) zu nennen. OSM ist ein internationales Projekt mit einer großen Community. Ziel von OSM ist es, Geodaten für jeden kostenfrei nutzbar zu machen. Alle Daten werden innerhalb dieser Community erhoben und überprüft. Trotz des kostenfreien Zugangs ist die Qualität dieser Daten - vor allem in Ballungsräumen - extrem hoch und oftmals aktueller als kostenpflichtige Datenstrukturen. Mittels diverser Drittanwendungen können direkt von OSM Datenstrukturen kostenfrei erworben werden. Hierbei ist anzumerken, dass von OSM ausschließlich räumliche Strukturen bezogen werden können. Demographie- oder Kaufkraftdaten müssen trotz allem in den meisten Fällen kostenpflichtig von Datenanbietern bezogen werden.

Geodaten

Das Zusammenspiel von internen und externen Daten.

Fazit

Geodaten sind Daten mit räumlichem Bezug. Ihre Strukturierung und Organisation erfolgt in Geodatenbanken. Sie können in Geoinformationsystemen visualisiert, bearbeitet und analysiert werden. Daraus resultieren dann Geoanalysen.

Es gibt sowohl kostenfreie Geodaten (beispielsweise von OpenStreetMap) also auch kostenpflichtige Geodaten (beispielsweise von Acxiom). Beide werden in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet haben im Geomarketing ihre Wichtigkeit.

Die Qualität von Geodaten zeichnet sich sehr stark durch ihre räumliche Genauigkeit aus. Je detaillierter Geodaten sind, desto aussagekräftiger sind diese. Somit sind qualitative Geodaten und gut gepflegte Geodatenbanken die wichtigste Grundlage für aussagekräftige Geoanalysen.